Boko (Benin)


Überblick

Sprache: Boko (ISO-Code: bqc)
Sprecher: 120’000 in Benin und 30’000 in Nigeria
Herausgabe: ganze Bibel, im August 2010 geliefert (lesen oder hören!)
Partnermission: SIM
Referenz: Ethnologue-Daten | Langscape-Karte


Einige Tatsachen und Zahlen zu Benin

  • Fläche: 112’000 km2 (3-mal die Schweiz)
  • Bevölkerung: 10 Millionen
  • Beherrscht vom Voodoo-Kult und animistischen Praktiken, war Dahomey einst ein grosser Lieferant von Sklaven.

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  • Die offizielle Sprache ist Französisch.
  • Stand der Alphabetisierung (Französisch): 34%
  • Ethnische Sprachen: 43 (keine wird offiziell in den Schulen unterrichtet)
  • Politisches System: Mehrparteiendemokratie
  • Wirtschaftliche Situation: grosses Wachstum in den letzten Jahren, gehört aber immer noch zu den 40 ärmsten Ländern der Welt.

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Die Bokos und ihre Sprache

  • Bevölkerung: 150’000, wovon 120’000 in Benin und 30’000 in Nigeria leben
  • Sprache: Boko (oder „Boo“)
  • Eine Mehrzahl der Bokos spricht auch Haussa als Zweitsprache, während 30% nur ihre Muttersprache sprechen.
  • Geographische Situation: siehe gelbe Zone auf der Karte oben
  • Demographische Situation: Wachstum von 6,5% pro Jahr
  • Lebensweise: Landwirtschaft zum Lebensunterhalt in Dörfern von 100 bis 500 Bewohnern. Einige Städte mit mehr als 10’000 Einwohnern
  • Glaube: traditionell animistisch mit einer Vorherrschaft des Voodoo-Kultes. Seit 1960 sind 80% der Bokos zum Islam übergetreten, aus finanziellen Interessen. Ungefähr 3% sind Christen, mehrheitlich evangelikal.

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Ross Jones erklärt: „Das Boko ist eine der kürzesten Sprachen der Welt. Deshalb braucht die ganze Bibel nur 1’095 Seiten (gegen 1’300 für eine Bibel in Französisch). Dies wegen der kurzen Wörter, der zahlvorgereichen Klänge und der Prägnanz der Ausdrücke in Boko.“

Auf die Initiative der Kirchen und mit der Unterstützung mehrerer internationaler NGOs wurden Programme zur Alphabetisierung in Boko erarbeitet, in Partnerschaft mit den örtlichen Regierungen erarbeitet.

In den Dörfern sind Lehrer ausgebildet worden und verfügen seither über 30 Broschüren zur Alphabetisierung… und darüber hinaus die Bibel in Boko!


Die Geschichte der Bibel in Boko

Die Missionsarbeit (SIM) unter den Bokos hat 1954 begonnen. Man zählt heute ca. 30 Gemeinden und mehr als 2’000 Christen der Bokos allein in Benin. Sie haben eine Bibelschule in ihrer Sprache und einen Kirchenrat. Christliche Programme in Boko werden jede Woche über das Lokalradio ausgestrahlt. Die Bibel wurde zwischen 1974 und 1990 übersetzt und erstmals 1992 veröffentlicht.

Wie es oft der Fall ist, wenn eine Sprache schriftlich festgelegt wird, entwickelte sich das Alphabet nach einigen Jahren Gebrauch, und eine Revision zeigte sich an. Um eine Idee des Umfangs der Arbeit zu geben: Ein Vers wie Johannes 3, 16 benötigte 10 „tonale“ und 2 „Bindungs“-Änderungen!

So verfügt diese gründlich revidierte neue Bibel in Boko über ein besseres tonales System und vereinfachte Wörter, die die Lektüre beträchtlich vereinfachen.

Erst nach dieser langen und minutiösen Arbeit, die Ross mit zwei Brüdern der Bokos, Levi und André, geleistet hatte, wurde Midi Bible mit einbezogen, um mehr als die Hälfte der Herausgabe dieser 2’000 Bibeln zu finanzieren.

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Der Wert der Bibel für die Bokos

Für die Boko-Christen ist die Bibel in Boko unverzichtbar für die Verkündigung, die Evangelisation und den Unterricht in der Bibelschule geworden. Damit alle Christen eine Bibel haben können, wird sie zu einem sehr niedrigen Preis verkauft.

Die meisten Gemeinden sind stark in der Evangelisation engagiert. Ausser den Sonntagsgottesdiensten gibt es Gebetsstunden, Jugendtreffen, Frauenstunden, Alphabetisierungskurse, Chorabende…

In all diesen Begegnungen wird die Bibel gelesen, und sie hat eine grosse Bedeutung in den Augen der Boko-Christen, vor allem, seit sie… in ihrer Sprache spricht!


Die Weihe der Bibel in Segbana

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Mehr als 600 Personen waren zugegen, um die Ankunft der Bibel in Boko zu feiern, völlig revidiert mit einem neuen tonalen Alphabet!

Unter ihnen befanden sich die Leiter der Mission und der Kirchen von Parakou, der Departementshauptstadt, sowie die Chefs und Würdenträger der Region und Nigerias. Der Bürgermeister hielt eine enthusiastische Ansprache. Er lobte Gott und die Übersetzer, die durch ihre Arbeit die Sprache Boko vor dem sicheren Verschwinden gerettet hatten. Er lobte auch die Pastoren für ihre Unterstützung!

Die Weihe war ein grosses Fest, das den ganzen Tag über andauerte. Die Stimmung war warm und fröhlich.

Zeiten des Gebets und der Reden wechselten mit Gesängen farbiger Gemeinden, Musikgruppen und traditionellen Tänzen…

Die Christen der Bokos waren zahlreich erschienen, einige von sehr weit her, um sich zu freuen und Gott für seine Güte zu loben.

Text im Dezember 2013 geschrieben